Après la chute et la renaissance du tragique
20 novembre, 2013 | POLÉMIA
source: Polemia 20 novembre, 2013 | POLÉMIA
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Deutsche Stimme 2/2013 – Gespräch.
Le Docteur Tom Sunic est auteur, traducteur, ancien professeur en sciences politiques, ancien diplomate, membre du conseil d’administration de l’American Third Position. Il est l’auteur de Homo americanus: Child of the Postmodern Age (2007), avec une préface du Professeur Kevin MacDonald. La troisième édition de son livre American Against Democracy and Equality; the European New Right, préfacé par Alain de Benoist, vient juste d’être lancée. Il est également l’auteur de La Croatie : un pays par défaut ? (2010) et Rejeton de l’ère postmoderne (2010).
„Der Schlesier” sprach mit dem kroatischen Publizisten und Politikwissenschaftler Dr. Tomislav Sunic
Frage: Herr Dr. Sunic, noch immer beschäftigen die Balkankriege der 90er Jahre und die damit in Zusammenhang gebrachten „Kriegsverbrechen” Öffentlichkeit und Justiz. Manchmal drängt sich dabei der Eindruck einer gewissen Einseitigkeit auf. Sehen wir das richtig?
Sunic: Nun, nach dem Ende der „heißen” Auseinandersetzungen auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien 1995 begann ein internationales Gefecht wechselseitiger Strafanklagen in Den Haag. Auf der obersten Sprosse der Leiter an beschuldigten Kriegsverbrechern steht eine beträchtliche Zahl serbischer Volkszugehöriger, darunter auch eine Zahl Kroaten und – ganz unten – einige Bosniaken. Diese „Straftrigonometrie” spiegelt den internationalen Wunsch nach quantifizierbarer Wiedergutmachung für die Kriegsfolgen auf dem Balkan wider. Mit ihrem Legalitätsprinzip und ihrem hypermoralistischen Standpunkt umgehen die internationalen Rechtsbegründer aber die Frage nach den Ursachen des Krieges auf dem Balkan.
Frage: Wie dürfen wir das verstehen?
Sunic: Sehen Sie, die sogenannte internationale Gemeinschaft konnte - oder wollte – während der vier Jahre Krieg auf dem Balkan den Aggressor nicht deutlich benennen bzw. den Namen des Aggressors und des Opfers nach dem herkömmlichen Freund-Feind-Schema nach Carl Schmitt klar bezeichnen. Mit der langjährigen Angleichung – oder Anpassung – des Opfers an den Aggressor suchen die internationalen Rechtbegründer noch immer nach einem rechtmäßigen Alibi für ihre politische Ohnmacht, ganz zu schweigen von einem reinen Gewissen angesichts des Fehlens ihres eigenen politischen (Un)willens. Daraus folgt: Wenn aus einem modernen internationalen Recht heraus irgendein Krieg als Bürgerkrieg (bellum civile) definiert wird, dann sei es gerechtfertigt, Opfer und Aggressor nebeneinander auf die Anklagebank zu setzen. Hier ist ein Paradoxon zu erkennen, weil zahlreiche Beschlüsse der Vereinten Nationen aus den siebziger Jahren jeder Nation das Recht auf die Selbstbestimmung zuerkennen – und zwar „with all available means”, mit allen verfügbaren Mitteln.
Im Falle Kroatiens war es nach dem Plebiszit vom Mai 1991 ganz klar, dass sich 95 Prozent der kroatischen Bürger für eine Loslösung von Jugoslawien entschieden hatten. Was bedeutet überhaupt „Verbrechen gegen die Menschlichkeit” und „Kriegsverbrechen”? In welchem Masse können die Vereinten Nationen und die Europäische Union objektiv und unbeteiligt sein, einerlei ob in Kroatien oder heute in Libyen? Eine erhebliche Zahl hoher serbischer Amtsträger, die vom Haager Tribunal als „Kriegsverbrecher” geführt werden und wurden, war bis 1996 auf unzähligen multilateralen Treffen in Genf und New York völkerrechtskonform vertreten. Wenn man sie heute wegen begangener Kriegsverbrechen belastet, dann verloren logischerweise ihre einstigen Unterschriften mit derselben „internationalen Gemeinschaft” noch rückwirkend jede Legitimität…
R&A: Le grand dissident russe Alexandre Zinoviev, qui avait fui le communisme pour rejoindre le camp de la liberté dont les Etats-Unis étaient l’emblème, avait inventé le terme d’homo sovieticus. Vous parlez, vous, d’homo americanus. A priori, en quoi ces deux types d’hommes se ressemblent-ils ?
Von Alex Kurtagić ("View all posts by Alex Kurtagić"), übersetzt von Deep Roots.